Günstige SEO-Anbieter: woran du einen Billiganbieter erkennst

Was bei SEO für 99 € im Monat wirklich passiert, welche Versprechen rechnerisch unmöglich sind und woran du einen Billiganbieter vorher erkennst.

Dunkles Flat-UI: Angebots-Panel mit fast nur leeren grauen Zeilen und einer einzigen orangen, verbunden mit einem Warndreieck und einem Preisschild mit Eurozeichen

Günstige SEO-Angebote beginnen bei 99 € im Monat. Das Problem daran ist keine Frage der Moral, sondern eine der Arithmetik: Für den Betrag lässt sich die versprochene Leistung nicht erbringen. Hier steht, was rechnerisch möglich ist, was stattdessen passiert und an welchen sieben Punkten du es vorher erkennst.

Die Rechnung hinter 99 €

Rechne es einmal durch. Von 99 € im Monat gehen ab:

PostenRealistisch
Tools (Rankings, Crawler, Daten)15 bis 30 €
Verwaltung, Rechnung, Support10 bis 20 €
Vertrieb und Akquise anteilig10 bis 20 €
Bleibt für Arbeit30 bis 60 €

Bei einem Stundensatz von 50 € sind das weniger als anderthalb Stunden im Monat. In anderthalb Stunden lässt sich eine Seite anschauen, nicht optimieren.

Das heißt nicht, dass niemand für 99 € etwas liefert. Es heißt, dass die Leistung automatisiert sein muss, weil Handarbeit in dem Rahmen nicht geht.

Was für das Geld tatsächlich passiert

Die üblichen Varianten, von harmlos bis schädlich:

  • Automatisierte Berichte. Ein Tool zieht Rankings und schickt ein PDF. Kostet den Anbieter Sekunden, sieht nach Leistung aus.
  • Masseneinträge in Verzeichnisse. Dein Unternehmen landet in hunderten Branchenverzeichnissen. Hat vor fünfzehn Jahren gewirkt, heute nicht mehr. Google warnt in seiner Anleitung zur Anbieterauswahl ausdrücklich vor Dienstleistern, die mit der Anmeldung bei tausenden Suchmaschinen werben.
  • Textbausteine. Vorgefertigte Absätze, in die dein Ort und deine Branche eingesetzt werden. Für Google erkennbar und ohne Nutzen.
  • Eingekaufte Backlinks. Links aus Netzwerken, die ausschließlich dafür existieren. Das ist der Punkt, an dem es gefährlich wird.

Die ersten drei kosten dich Geld und Zeit. Der vierte kann dich Rankings kosten, die du vorher hattest.

Sieben Warnsignale im Angebot

Woran du es erkennst, bevor du unterschreibst:

  1. Rankinggarantien. „Platz 1 in drei Monaten.“ Google selbst schreibt dazu: Niemand kann eine Platzierung auf Platz 1 garantieren. Wer das verspricht, verspricht etwas, das er nicht halten kann.
  2. Keine Nennung der Leistungen. Im Angebot stehen Schlagworte wie „Onpage-Optimierung“ ohne eine einzige konkrete Aufgabe.
  3. Garantierte Anzahl Backlinks. Links werden verdient, nicht geliefert. Eine Stückzahl bedeutet, dass sie gekauft werden.
  4. Lange Mindestlaufzeit bei kleinem Preis. Vierundzwanzig Monate zu 149 € sind ein Abo, keine Dienstleistung.
  5. Keine Nennung dessen, was fehlt. Ein ehrliches Angebot sagt auch, was nicht enthalten ist.
  6. Druck im Gespräch. Rabatte, die heute auslaufen, haben in einer Dienstleistung nichts zu suchen, die über Monate wirkt.
  7. Kein Ansprechpartner mit Namen. Wenn unklar bleibt, wer arbeitet, ist die Antwort meist: ein Tool. Google rät ebenfalls zur Vorsicht bei Anbietern, die nicht klar erklären, was sie vorhaben.

Wann günstig trotzdem in Ordnung ist

Günstig ist nicht gleich unseriös. Es gibt Fälle, in denen ein kleiner Betrag sinnvoll kalkuliert ist:

  • Klar abgegrenzter Umfang. „Ich pflege einmal im Monat dein Google-Unternehmensprofil“ für 150 € ist ehrlich, wenn genau das drinsteht.
  • Einstieg ohne Dauerbindung. Ein kleiner Betrag für einen begrenzten Zeitraum, um die Zusammenarbeit zu testen.
  • Du machst das Meiste selbst. Beratung statt Umsetzung ist günstiger, weil die Arbeit bei dir bleibt.

Das Unterscheidungsmerkmal ist nicht die Höhe, sondern ob Preis und zugesagte Leistung zusammenpassen. Wer für 99 € eine Rundumbetreuung verspricht, lügt. Wer für 99 € eine klar benannte kleine Aufgabe erledigt, nicht.

Was eine ehrliche Alternative kostet

Wenn das Budget begrenzt ist, ist ein einmaliges Projekt die bessere Verwendung als ein dauerhaft zu kleiner Retainer. Ein Indexierungscheck kostet weniger als drei Monate Billig-Abo und beantwortet die Frage, ob Google deine Seiten überhaupt kennt. Ein Audit liegt bei etwa sechs bis zehn Monatsbeiträgen und sagt dir, woran es tatsächlich liegt.

Danach setzt du selbst um oder holst gezielt Unterstützung. Das ist langsamer, aber es bewegt etwas. Meine Preise und was jeweils enthalten ist, stehen auf der Preisseite. Woraus sich Agenturpreise zusammensetzen und welche Arbeit in einem Retainer steckt, steht im Artikel zu den SEO-Agentur Kosten.

Häufig gestellte Fragen
Ist SEO für 99 € im Monat immer unseriös?
Unseriös wird es, wenn dafür eine Rundumbetreuung versprochen wird. Für eine klar benannte kleine Aufgabe, etwa die Pflege eines Google-Unternehmensprofils, kann der Betrag angemessen sein. Entscheidend ist, ob Preis und zugesagte Leistung zusammenpassen.
Kann ein Billiganbieter meiner Website schaden?
Ja, wenn er gekaufte Links aus Linknetzwerken einsetzt. Der Kauf von Links zu Ranking-Zwecken steht ausdrücklich in Googles Spam-Richtlinien und kann Sichtbarkeit kosten. Automatisierte Berichte und Verzeichniseinträge schaden nicht, bringen aber auch nichts.
Woran erkenne ich, ob überhaupt gearbeitet wird?
Lass dir zeigen, was konkret verändert wurde, nicht welche Rankings sich bewegt haben. Welche Seiten wurden angefasst, welche technischen Punkte behoben, welche Texte geschrieben. Wer das nicht benennen kann, hat nichts angefasst.
Was ist das Mindestbudget für sinnvolles SEO?
Für laufende Betreuung etwa 800 € im Monat, darunter bleibt nach Abzug von Abstimmung und Bericht zu wenig Arbeitszeit. Mit kleinerem Budget ist ein einmaliges Projekt die bessere Wahl als ein zu kleiner Retainer.
Mein Anbieter zeigt steigende Rankings. Reicht das als Beleg?
Nur wenn es Begriffe sind, nach denen auch gesucht wird. Ein häufiger Trick sind Rankings für den eigenen Firmennamen oder sehr lange Phrasen ohne Suchvolumen. Prüf die Begriffe in der Search Console gegen tatsächliche Impressionen.

Was würde das bei dir kosten?

Meine Pakete und Einzelleistungen stehen offen auf der Preisseite, inklusive Zahlen.

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