SEO-Agentur Kosten: wofür du eigentlich bezahlst

Was eine SEO-Agentur kostet und woraus sich der Preis zusammensetzt. Mit Spannen für Retainer und Projekte und dem Vergleich zum Freelancer.

Dunkles Flat-UI: Panel mit sechs Kostenposten, die oberen drei Balken orange und lang, die unteren grau und kurz, verbunden mit einem Euro-Panel und einem Ringdiagramm

Eine SEO-Agentur kostet in Deutschland typischerweise zwischen 1.000 € und 5.000 € im Monat. Das ist eine Spanne, mit der niemand etwas anfangen kann, deshalb geht es hier um die Frage dahinter: Wofür genau fließt das Geld, welche Arbeit steckt in einem Monat, und welcher Anteil davon landet in deiner Website?

Was kostet eine SEO-Agentur im Monat?

Die üblichen Größenordnungen im deutschen Markt:

MonatsbudgetWas realistisch passiertPasst für
unter 500 €Automatisierte Berichte, kaum echte ArbeitNiemanden
500 bis 1.000 €Grundlagen, wenig Content, lange ZeiträumeSehr kleine Websites
1.000 bis 2.500 €Technik, Content, laufende BetreuungDie meisten Mittelständler
2.500 bis 5.000 €Mehrere Personen, Content in BreiteShops, größere Projekte
über 5.000 €Team, Entwicklung, internationale MärkteKonzerne, große Shops

Die Spanne wirkt groß, weil darin völlig verschiedene Leistungen stecken. Zwischen „jemand schaut einmal im Monat in die Search Console“ und „drei Leute arbeiten laufend an deiner Seite“ liegt der Unterschied, nicht in der Qualität der Agentur.

Eine Branchenumfrage von Ahrefs unter 439 SEO-Dienstleistern zeigt dieselbe Struktur auch international: Agenturen nennen im Schnitt rund 3.209 $ Monatspauschale, Freelancer rund 1.349 $, und der häufigste Einzelwert über alle Anbieter liegt bei 500 bis 1.000 $. Die Zahlen sind nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar, aber der Abstand zwischen Agentur und Einzelperson ist es.

Welche Arbeit steckt in einem Agentur-Retainer?

Das ist der Teil, der in Angeboten meist unter Schlagworten verschwindet. Was eine Agentur im Rahmen einer laufenden Betreuung tatsächlich tut, lässt sich in sechs Bereiche sortieren. Google selbst listet als typische Leistungen unter anderem die Prüfung von Inhalten und Struktur, technische Beratung zur Website-Entwicklung, Content-Erstellung, Keyword-Recherche, Schulungen und inzwischen auch die Optimierung für generative KI.

1. Strategie und Keyword-Arbeit

Welche Suchanfragen überhaupt relevant sind, welche davon realistisch erreichbar sind und welche Seite für welchen Begriff zuständig ist. Konkret:

  • Keyword-Recherche mit Suchvolumen, Wettbewerb und erkennbarer Suchintention
  • Zuordnung Keyword zu URL, damit nicht zwei Seiten um denselben Begriff konkurrieren
  • Wettbewerbsanalyse: Wer rankt heute, mit welcher Art von Seite, und warum
  • Priorisierung: Was bringt im nächsten Quartal am meisten, gemessen an Aufwand

Der Löwenanteil davon fällt am Anfang an. Danach wird die Landkarte quartalsweise nachgezogen, nicht monatlich neu gebaut.

2. Technisches SEO

Alles, was verhindert, dass Google deine Seiten findet, versteht oder gut bewertet:

  • Indexierung prüfen: Welche Seiten sind drin, welche fehlen, welche sind drin und sollten es nicht sein
  • Crawling: Weiterleitungsketten, kaputte Links, Paginierung, Canonicals
  • Ladezeit und Core Web Vitals, meist zusammen mit der Entwicklung
  • Strukturierte Daten für Produkte, FAQ, Breadcrumbs, lokale Angaben
  • Nach jedem Relaunch oder Shop-Update: Kontrolle, ob etwas kaputtgegangen ist

In den ersten Monaten ist das der größte Block. Später wird daraus Routine mit gelegentlichen Ausreißern.

3. Content

Der Posten, der über die Zeit am meisten Budget bindet:

  • Bestehende Seiten überarbeiten, die knapp an der ersten Seite vorbeischrammen
  • Neue Seiten für Themen, die bisher gar nicht abgedeckt sind
  • Briefings für Texter oder Fachabteilungen, wenn intern geschrieben wird
  • Zusammenführen von Seiten, die sich inhaltlich überschneiden

Zwei bis vier Seiten im Monat sind bei mittleren Budgets ein realistischer Takt. Wer mehr verspricht, produziert entweder dünne Texte oder rechnet die Abstimmung nicht mit ein.

4. Interne Verlinkung und Struktur

Wird fast immer unterschätzt und kostet vergleichsweise wenig:

  • Von starken Seiten gezielt auf die Seiten verlinken, die ranken sollen
  • Themencluster bilden, damit Google den Zusammenhang erkennt
  • Navigation und Breadcrumbs so bauen, dass wichtige Seiten nah an der Startseite liegen

5. Offpage und Erwähnungen

  • Digitale PR und Fachbeiträge, die echte Verweise erzeugen
  • Branchen- und Verbandseinträge, soweit sie überhaupt genutzt werden
  • Bei lokalen Betrieben: Google-Unternehmensprofil, Bewertungen, NAP-Konsistenz
  • Prüfung bestehender Verweise auf Schäden aus früheren Dienstleistern

Wichtig: Links werden verdient, nicht eingekauft. Gekaufte Verweise verstoßen gegen Googles Richtlinien, dazu gleich mehr.

6. Monitoring, Reporting und Abstimmung

  • Rankings und Search-Console-Daten beobachten, Einbrüchen nachgehen
  • Nach Google-Updates einordnen, ob dein Projekt betroffen ist
  • KI-Sichtbarkeit: Wirst du in den Antworten von ChatGPT, Perplexity und Google AI genannt
  • Monatlicher Bericht plus Abstimmungstermin

Woraus setzt sich der Preis zusammen?

Wenn du 2.000 € im Monat zahlst, arbeitet niemand für 2.000 € an deiner Website. Eine offizielle Statistik dazu gibt es nicht, Agenturen veröffentlichen ihre Kalkulation nicht. Was ich aus Gesprächen und aus der Zeit als Dienstleister im Hintergrund kenne, sieht grob so aus:

PostenGrober Anteil
Tatsächliche Fach- und Umsetzungsarbeit40 bis 55 %
Account-Management und Abstimmung15 bis 25 %
Vertrieb und Neukundengewinnung10 bis 20 %
Overhead: Büro, Tools, Verwaltung10 bis 20 %

Das ist ein Erfahrungswert, keine Erhebung, und es ist auch kein Vorwurf. Eine Agentur mit fünfzehn Leuten braucht diese Struktur, sonst funktioniert sie nicht. Nur solltest du wissen, dass du sie mitbezahlst, und abwägen, ob du sie brauchst.

Retainer oder Projekt: was ist sinnvoller?

Zwei Abrechnungsmodelle sind üblich.

Der Retainer ist eine monatliche Pauschale für laufende Betreuung. Er passt, wenn dauerhaft gearbeitet werden soll: Content entsteht, Technik wird nachgezogen, Rankings werden beobachtet. SEO wirkt über Monate, deshalb ist das der Normalfall.

Das Projekt ist ein abgegrenzter Auftrag mit festem Umfang, etwa ein Audit mit anschließender Umsetzung oder die SEO-Begleitung eines Relaunchs. Es passt, wenn ein konkretes Problem gelöst werden soll und danach erst einmal Ruhe ist.

Ein verbreiteter Fehler ist der Retainer bei einer kleinen Website, auf der nach drei Monaten alles Sinnvolle getan ist. Dann zahlst du weiter für Berichte. Umgekehrt ist das einmalige Projekt bei einem wachsenden Shop zu wenig, weil ständig neue Seiten entstehen. Wie sich die Arbeit über die Monate verschiebt, steht im Beitrag zu den SEO-Kosten pro Monat.

Warum ist ein Freelancer günstiger?

Weil der Überbau fehlt. Kein Account-Management, kein Vertriebsteam, kein Büro in bester Lage. Bei mir sprichst du mit der Person, die auch arbeitet, was zwei Dinge bedeutet: Der Preis enthält weniger Posten, und es geht nichts zwischen Gespräch und Umsetzung verloren. In der oben genannten Ahrefs-Umfrage liegt die durchschnittliche Monatspauschale von Freelancern bei rund 42 % der von Agenturen.

Das hat auch Nachteile, die du kennen solltest. Ein Freelancer ist nicht zu dritt. Bei Urlaub, Krankheit oder sehr großen Projekten ist eine Agentur belastbarer. Und wer gleichzeitig SEO, Paid, Social und Entwicklung aus einer Hand will, ist dort besser bedient.

Meine eigenen Preise stehen offen auf der Preisseite, inklusive der Einzelleistungen. Wie ich arbeite, steht auf SEO Freelancer.

Woran erkennst du ein faires Angebot?

Drei Dinge, die ein gutes Angebot von einem schlechten unterscheiden:

  • Es nennt Leistungen, keine Stunden. Stunden sagen nichts darüber aus, was am Ende dabei herauskommt.
  • Es macht keine Rankingversprechen. Google formuliert das in seiner eigenen Anleitung zur Auswahl eines SEO-Dienstleisters eindeutig: Niemand kann eine Platzierung auf Platz 1 garantieren.
  • Es benennt, was nicht enthalten ist. Linkbudget, Lizenzen, Entwicklerzeit auf deiner Seite. Fehlen diese Punkte, kommen sie später als Nachtrag.

Woran du unseriöse Billiganbieter schon am Angebot erkennst, steht im Beitrag zu günstigen SEO-Anbietern.

Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine SEO-Agentur im Monat?
Üblich sind 1.000 € bis 5.000 € im Monat. Unter 1.000 € bleibt nach Abzug von Overhead und Account-Management so wenig Arbeitszeit übrig, dass kaum etwas passieren kann. Nach oben ist die Spanne offen und richtet sich nach Umfang und Wettbewerb.
Was ist in einem SEO-Retainer enthalten?
In der Regel sechs Bereiche: Strategie und Keyword-Arbeit, technisches SEO, Content-Erstellung und Überarbeitung, interne Verlinkung, Offpage beziehungsweise lokale Signale sowie Monitoring und Abstimmung. Der Schwerpunkt verschiebt sich über die Monate von Technik zu Content. Lass dir im Angebot auflisten, welche dieser Bereiche abgedeckt sind.
Warum sind die Preisunterschiede so groß?
Weil hinter demselben Wort völlig verschiedene Leistungen stecken. Ein automatisierter Monatsbericht und laufende Content-Produktion kosten unterschiedlich viel, heißen aber beides SEO. Lass dir deshalb immer auflisten, was konkret im Monat passiert.
Ist eine Agentur besser als ein Freelancer?
Nicht grundsätzlich, es kommt auf die Projektgröße an. Bei vielen Beteiligten, mehreren Märkten und parallelen Kanälen spielt eine Agentur ihre Struktur aus. Bei kleineren Projekten zahlst du diese Struktur mit, ohne sie zu brauchen.
Gibt es eine Mindestlaufzeit?
Viele Agenturen arbeiten mit zwölf Monaten Mindestlaufzeit. Das ist nicht unseriös, weil SEO Zeit braucht. Trotzdem ist es ein Risiko, wenn die Zusammenarbeit nicht passt. Eine kürzere Bindung bei gleicher Erwartungshaltung ist die fairere Variante.
Was kostet ein einmaliges SEO-Projekt?
Ein technisches Audit mit Handlungsempfehlungen liegt meist zwischen 900 € und 3.000 €, je nach Größe der Website. Kommt die Umsetzung dazu, hängt der Preis davon ab, wie viel tatsächlich zu tun ist.

Was würde das bei dir kosten?

Meine Pakete und Einzelleistungen stehen offen auf der Preisseite, inklusive Zahlen.

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