Was monatliche SEO-Betreuung kostet und welche Arbeit tatsächlich dahintersteckt. Mit Beispielmonaten und der Abgrenzung zum einmaligen Projekt.
Monatliche SEO-Betreuung kostet zwischen 800 € und 3.000 €, bei größeren Projekten deutlich mehr. Die spannendere Frage ist, was in so einem Monat eigentlich passiert, denn genau das wird selten konkret beschrieben. Hier stehen zwei Beispielmonate mit allem, was drinsteckt, wie sich die Arbeit über die Zusammenarbeit verschiebt und wann ein Retainer die falsche Wahl ist.
| Monatlich | Umfang | Typisches Projekt |
|---|---|---|
| 800 bis 1.200 € | Grundlagen, ein Schwerpunkt pro Monat | Lokaler Betrieb, kleine Website |
| 1.200 bis 2.000 € | Technik und Content parallel | Mittelstand, überschaubarer Shop |
| 2.000 bis 3.500 € | Content in Breite, mehrere Baustellen | Shop mit vielen Kategorien, B2B mit Clustern |
| darüber | Team, Entwicklung, mehrere Märkte | International, große Shops |
Dass die Spanne international ähnlich aussieht, zeigt eine Umfrage von Ahrefs unter 439 SEO-Dienstleistern: Der mit Abstand häufigste Monatspreis liegt dort bei 500 bis 1.000 $, der Durchschnitt über alle Anbieter bei rund 2.917 $. Meine eigenen Pakete beginnen bei 970 €, die Details stehen auf der Preisseite.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen. Ein Retainer ist keine gleichbleibende Monatsleistung, sondern verschiebt seinen Schwerpunkt:
| Phase | Schwerpunkt | Was sichtbar wird |
|---|---|---|
| Monat 1 | Analyse, Keyword-Landkarte, technische Bestandsaufnahme | Nichts. Das ist normal. |
| Monat 2 bis 3 | Technische Umsetzung, wichtigste Seiten überarbeiten | Erste Bewegung in der Search Console |
| Monat 4 bis 6 | Content, interne Verlinkung, Struktur ausbauen | Rankings steigen, erste Anfragen |
| ab Monat 7 | Ausbau, Nachsteuern, neue Themen | Stetiges Wachstum, planbarer Zulauf |
Wer im dritten Monat aufhört, zahlt für den Aufbau und erntet nicht. Das ist der teuerste Weg, SEO zu machen.
Dass das dauert, ist keine Ausrede der Branche. Google schreibt selbst, manche Änderungen wirkten innerhalb von Stunden, andere erst nach mehreren Monaten, und empfiehlt, nach einer Umstellung einige Wochen zu warten, bevor man die Wirkung beurteilt. Bei umkämpften Begriffen kommen zur Verarbeitungszeit noch die Monate dazu, die der Aufbau der Inhalte selbst braucht.
Hier zwei Beispielmonate aus derselben Zusammenarbeit, einmal am Anfang und einmal nach einem halben Jahr. Die Aufteilung ist typisch, die Reihenfolge der Aufgaben nicht zufällig.
| Aufgabe | Was konkret passiert |
|---|---|
| Indexierung aufräumen | Seiten aus dem Index nehmen, die nie ranken sollten, etwa Filter- und Sortier-URLs |
| Weiterleitungen bereinigen | Ketten auflösen, interne Links direkt auf das Ziel setzen |
| Titel und Beschreibungen | Die 20 wichtigsten Seiten bekommen eigene, nicht generierte Meta-Angaben |
| Strukturierte Daten | Breadcrumbs und, je nach Projekt, Produkt- oder FAQ-Auszeichnung |
| Ladezeit | Die größten Bremsen benennen und mit der Entwicklung einplanen |
| Abstimmung | Ein Termin, ein kurzer Bericht mit Vorher-Nachher |
Nach diesem Monat sieht man in den Rankings meist noch wenig. In der Search Console sieht man dagegen oft schon, dass mehr Seiten überhaupt ausgeliefert werden.
| Aufgabe | Was konkret passiert |
|---|---|
| Zwei neue Seiten | Je ein Thema, das bisher gar nicht abgedeckt war, inklusive Recherche und Briefing |
| Zwei Seiten überarbeiten | Seiten auf Position 8 bis 15, die mit mehr Substanz auf Seite 1 kommen können |
| Interne Verlinkung | Von starken Bestandsseiten gezielt auf die neuen und überarbeiteten Seiten |
| Monitoring | Rankings, Search Console, Auffälligkeiten nach Google-Updates |
| KI-Sichtbarkeit | Prüfen, ob ChatGPT, Perplexity und Google AI dich nennen und wenn nicht, wen stattdessen |
| Abstimmung | Bericht mit Einordnung und Vorschlag für den Folgemonat |
Was in beiden Listen nicht als eigener Posten steht: „monatliches Reporting“. Ein Bericht ist die Zusammenfassung der Arbeit, nicht die Arbeit selbst. Wenn er den größten Posten ausmacht, stimmt etwas nicht.
Grobe Faustregel für einen gut geschnittenen Retainer:
| Block | Anteil | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Umsetzung | ca. 60 % | Seiten schreiben und überarbeiten, Technik beheben, Verlinkung bauen |
| Analyse und Planung | ca. 20 % | Daten prüfen, priorisieren, nächsten Monat vorbereiten |
| Abstimmung und Bericht | ca. 20 % | Termin, Rückfragen, Dokumentation |
Das sind Erfahrungswerte, keine Branchenerhebung. Sie helfen aber beim Angebotsvergleich: Wenn in einem Angebot fast nur Analyse und Reporting stehen, bleibt wenig übrig, das deine Website verändert. Und deshalb rutscht ein zu kleiner Retainer in die Nutzlosigkeit, nicht weil der Anbieter faul ist, sondern weil Abstimmung und Bericht einen festen Sockel kosten, der bei 300 € schlicht alles aufbraucht.
Nicht jedes Projekt braucht laufende Betreuung. Gegen einen Retainer sprechen:
In diesen Fällen ist eine einmalige Strategie oder ein Audit sinnvoller. Du bekommst einen priorisierten Plan, setzt um, und holst dir Betreuung erst, wenn laufend Inhalte entstehen.
| Einmaliges Projekt | Laufender Retainer | |
|---|---|---|
| Passt bei | Abgegrenztem Problem, kleiner Website | Wachsendem Content, Wettbewerb |
| Kosten | 900 bis 3.000 € einmalig | 800 bis 3.000 € monatlich |
| Risiko | Umsetzung bleibt liegen | Zahlen ohne Fortschritt |
| Danach | Du setzt selbst um | Es läuft weiter |
Welche Variante für dich passt, hängt weniger vom Budget ab als davon, ob bei dir laufend Inhalte entstehen. Wo nichts Neues passiert, gibt es auch nichts laufend zu optimieren. Woraus sich die Preise von Agenturen zusammensetzen und was dort im Retainer steckt, steht im Beitrag zu den SEO-Agentur Kosten.
Meine Pakete und Einzelleistungen stehen offen auf der Preisseite, inklusive Zahlen.
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